Bereits zum zweiten Mal feiert die CPE.Bach.Akademie.Hamburg den Internationalen Frauentag mit einem musikalischen Großprojekt. Am 8. März 2026 richtet sich dieses Mal der Blick auf die heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen.
Wieviel Stärke braucht es, gesellschaftliche Erwartungen zu brechen und unkonventionelle Wege zu beschreiten? Wie kann man unbeirrt gegen vorgezeichnete gesellschaftliche Regeln verstoßen und dazu gegen die eigenen Bedürfnisse nach Sicherheit und Zugehörigkeit leben? Mit der Hauptfigur Elisabeth tritt im romantischen Schlüsselwerk Franz Liszts Die Legende der heiligen Elisabeth eine Frau ins Zentrum, die – als Vierjährige bereits verlobt und fernab der ungarischen Heimat aufwachsend – selbstbewusst und zielstrebig ihren eigenen Weg geht, die gegen die Widerstände der Ständegesellschaft dem Reichtum entsagt und so die bestehenden Verhältnisse auf den Kopf und in Frage stellt. Radikale Nächstenliebe und kompromisslose Hingabe leiten die adlige Elisabeth von Thüringen. Ist das schon religiöser Fanatismus oder einfach Mut?
Musikalisch zeichnet sich Liszts Werk durch eine ungewöhnliche Verbindung von geistlichem Oratorium, sinfonischem Denken und dramatischer Musiktheatersprache aus. Die Partitur ist stark von Liszts sinfonischer Entwicklungstechnik geprägt: Leitmotive strukturieren das Werk, verleihen den Figuren psychologische Tiefe und sorgen für einen kontinuierlichen musikalischen Fluss. Deutlich spürbar ist dabei der Einfluss Richard Wagners, dessen Tannhäuser Liszt nicht nur begeistert dirigierte, sondern dessen Klangsprache – insbesondere in der Verbindung von Erlösungs- und Liebesmotiv – in der Legende von der heiligen Elisabeth weitergedacht wird. Liszt übertrug wagnerische Harmonik, expressive Chromatik und orchestrale Farben in einen geistlichen Kontext, der zwischen mittelalterlicher Frömmigkeit und romantischer Innerlichkeit vermittelt. So entstand ein Werk, das zugleich Andacht, Legende und musikdramatisches Panorama ist und eine eigenständige Antwort Liszts auf Wagners Musiktheater darstellt.
Mit Susanne Bernhard in der Titelrolle erhält Elisabeth eine starke musikalische Stimme. Der große Wagner-Sänger Albert Dohmen verkörpert Landgraf Ludwig. Dieses Oratorium ist ein wichtiges zeithistorisches Dokument, das uns erinnert, unsere Gegenwart mit wachen Augen zu lesen und zu gestalten.
Mit über 100 KünstlerInnen und Ensembles aus 20 Ländern feiern wir an über 50 Konzertorten unter dem Motto INNOVATION unser IV. Internationales Bachfest Hamburg. Eine Vielzahl von Veranstaltungen in Hamburg und in der Metropolregion lassen ein stetig wachsendes Hanse.Baroque.Netzwerk, das die norddeutschen Bach-Städte, aber auch Orte aus dem europaweiten Noten-Vertriebsnetzwerk von CPE Bach einschließt, lebendig werden.
Mit dem Titel INNOVATION richtet das diesjährige Bachfest seinen Blick auf die Entwicklungslinie von JS Bach ausgehend auf die musikalische Welt nach ihm, auf das Schaffen CPE Bachs und seiner Brüder – allen voran Johann Christian Bach, dem „Londoner Bach“, dessen Oper Amadis de Gaule am 6. April 2026 in der Elbphilharmonie zu den Highlights des Festivals gehört – aber auch auf die großen musikalischen Nachfolger Haydn, Mozart und Beethoven.
Mit japanischem Tanz & Literatur und dem Blick auf Bach aus japanischer Sicht, bildender Kunst von Lyonel Feininger, der sich auf ganz persönliche Weise Bach angenähert hat, SingAlongs, Kammerkonzerten und verschiedenen Konzertformaten – zum Beispiel mit dem Oboisten Albrecht Mayer am 9. April 2026 oder einem weiteren Festival-Schwerpunkt zu JS Bachs Kunst der Fuge am 14. April 2026 – mit Führungen, Lesungen, in kritischer Auseinandersetzung mit dem großen Bach-Interpreten Karl Richter, JS Bachs mitreißenden Weltlichen Kantaten im Abschlusskonzert am 17. April 2026 u.v.m. erwartet unser Publikum ein sorgfältig kuratiertes, vielseitiges Programm. Tauchen Sie vom 1.-17. April 2026 mit uns ein in den KOSMOS BACH.
2026 feiert die Musikwelt den 100. Geburtstag von Karl Richter – dem Bach-Propheten par excellence. Als Dirigent, Organist und Cembalist prägte Richter wie kein Zweiter die weltweite Bach-Rezeption nach dem Zweiten Weltkrieg. Karl Richters Aufnahmen wurden zu Ikonen, eine davon – Bachs 2. Brandenburgisches Konzert – reist bis heute an Bord der Voyager Golden Record durchs All.
Nach seiner Ausbildung als Chorknabe im Dresdner Kreuzchor und letzter Orgelschüler des legendären Karl Straube in Leipzig war er kurzzeitig der jüngste Organist an Johann Sebastian Bachs einstiger Leipziger Wirkungsstätte, der Thomaskirche. 1954 gründete er dann den Münchener Bach-Chor und das Münchener Bach-Orchester, mit denen er auf der ganzen Welt auftrat. Für gut zwei Jahrzehnte war er der Kulturbotschafter der alten Bundesrepublik Deutschland und befreundet mit Persönlichkeiten wie John F. Kennedy und Leonard Bernstein.
Das Karl-Richter-Jubiläum 2026, initiiert und kuratiert von Hansjörg Albrecht, widmet sich diesem polarisierenden Weltstar in einem ganzjährigen Musikfest. An zentralen Lebens- und Wirkungsorten beleuchten Konzerte und Projekte Richters Rolle zwischen Spätromantik, Nachkriegs-Neudenken und Historischer Aufführungspraxis. Seine visionäre Idee eines „expressiven Musizierens mit dem Herzen“ wirkt bis heute nach – gerade jetzt, da sich historisch informierte Präzision und emotionale Tiefe neu begegnen. Eine Einladung zur Wiederentdeckung des Phänomens Karl Richter.
Woran glaubt der Mensch – heute? An Gott? An die Wissenschaft? An sich selbst? Oder vielleicht einfach an die Musik?
Unsere neue Saison widmet sich der Suche nach Sinn, Trost und Transzendenz in einer Zeit, in der Glaube nicht mehr selbstverständlich ist – und zugleich vielfältiger denn je.
Mit Werken aus dem jüdisch-christlichen Kanon – von Bach, Haydn, Mozart und Beethoven bis Liszt, Braunfels und Messiaen – fragen wir: Was kann geistliche Musik heute noch bedeuten? Welche Kraft hat sie in einer Gesellschaft, die religiös wie kulturell im Wandel ist?
Wir sprechen nicht für andere Religionen, aber wir laden alle ein, sich dieser Frage mit uns zu stellen: Was trägt uns – jenseits von Dogmen?
Diese Saison ist kein Bekenntnis. Sondern ein offenes Gespräch – durch Musik.
Das Dream Requiem von Rufus Wainwright, einem der vielseitigsten Pop- und Folkmusiker, ist während der Corona-Pandemie entstanden. Für ihn ist es ein »Requiem für den menschlichen Kontakt, die Solidarität und die Stimme – drei Dinge, die plötzlich wegen der Ansteckungsgefahr als gefährlich galten.« Dabei war für ihn Verdis Requiem wegweisend: »Requien haben diese Anziehungskraft, weil sie direkt auf den Punkt kommen«, so Wainwright. »Schon der lateinische Text ist fantastisch, denn es geht um Erlösung und Vergebung, um Seelenheil und Verdammnis und um das Paradies, also sehr aktuell.« Den Text der Totenmesse behält Wainwright bei und verschränkt ihn mit Lord Byrons Gedicht Darkness, das sich für ihn im aktuellen Kontext auch auf die Gegenwart und den Klimawandel beziehen lässt.
22.8.2025, 20 Uhr, Elbphilharmonie Hamburg, Gr. Saal
23.8.2025, 20 Uhr, Elbphilharmonie Hamburg, Gr. Saal
Es geht auf Tour! Gleich mit Saisonbeginn 2025/26 führen den CPE-Bach-Chor Hamburg (Leitung: Hansjörg Albrecht) zwei Einladungen nach Italien. Der Chor gastiert zunächst beim Festival für geistliche Musik ANIMA MUNDI in Pisa. Mit G. F. Händels Israel in Egypt führt der CPE-Bach-Chor mit dem Händelfestspielorchester Halle und jungen Solisten aus dem akademischen Projekt CPEB Young Artists die 2022 begonnene Händel-Konzertreihe fort – dieses Mal als Kulturbotschafter für Hamburger Komponisten im europäischen Ausland.
Die zweite Einladung führt nach Sizilien zur SETTIMANA INTERNAZIONALE DI MUSICA SACRA in Monreale. Neben J. Haydns Schöpfung kommen C.P.E. Bachs Klopstocks Morgengesang zum Schöpfungsfeste und die selten aufgeführten Tageszeiten G. F. Telemanns zur Aufführung. Denn auch diese beiden gehören zur enormen Zahl bedeutender Komponisten, denen Hamburg als Kulturstadt viele Jahre ein Zuhause war.
Mit einem Gastspiel in der Basilika der Kloster-Abtei Ottobeuren mit Mozarts Requiem wird die aktuelle Saison schließen.
Das Internationale Musikfest Hamburg 2025 geht heute zu Ende. Mehr als fünf Wochen lang fanden unter dem Motto "Zukunft" inspirierende Konzerte mit herausragenden KünstlerInnen und namhaften Orchestern aus aller Welt an verschiedenen Spielorten Hamburgs statt. Und wir als Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg waren gleich zwei Mal dabei!
Mit dem Budapest Festival Orchestra und den Solistinnen Christiane Karg und Anna Lucia Richter unter dem Dirigat von Iván Fischer musizierten wir vergangene Woche den ergreifenden Chor »Aufersteh’n, ja aufersteh’n, wirst du!« im Finale der 2. Sinfonie von Gustav Mahler.
Nur wenige Tage später gastierte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Sir Simon Rattle in der Elbphilharmonie mit Musik von Pierre Boulez und Maurice Ravel, bei dessen farbenprächtiger Ballettmusik Daphnis et Chloé wir ohne Worte für besondere Klangfarben sorgen konnten.
Großartige Musik, tolle Erlebnisse – das klingt bestimmt noch lange nach!
Das Internationale Bachfest Hamburg 2025 – und mit ihm die "Welt der Musik" auf NDR Kultur – laden zu einer spannenden Entdeckungsreise in die aufklärerische Welt des 18. Jahrhunderts ein. Ein Plädoyer für Musik, Kunst, Education und Aufklärung. Mit dabei u.a. Ton Koopman, Prof. Dr. Michael Maul, Kultursenator Dr. Carsten Brosda, Dorothee Oberlinger, Miklós Spányi, Hansjörg Albrecht, Sophie Werkmeister u.a.
Die Sendung der Musikwissenschaftlerin, Redakteurin, Autorin und Moderatorin Christiane Irrgang, die Carl Philipp Emanuel Bach in ihr Herz geschlossen hat, wird erstmalig am Donnerstag, 10. April 2025 um 19 Uhr gesendet und ist zudem während des Bachfestes und darüber hinaus in der Mediathek von NDR-Kultur nachzuhören.
Nach zwei Runden als Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Fest Hamburg startet das neue Hamburger Netzwerkwerkfestival vom 11.- 20.04.2025 als Internationales Bachfest Hamburg.
Hochkarätige Konzerte mit international gefragten Spezialisten der Musik des 18. Jahrhunderts, Jazz, Ballett, Improvisation, Kinderprogramm, Meisterklasse, offener Unterricht, Lesungen, Singalongs und Mitmachkonzerte, faszinierende Zeitreisen in den musikalischen Kosmos der BACH-Familie, Konzerte zu Land und auf den Wassern der Stadt, in den großen Konzertsälen und Kirchen, in kleinen, feinen Locations sowie ausgewählten norddeutschen Barockknotenpunkten rund um Hamburg und vor den Toren der Stadt!
Mit dem Internationalen Bachfest Hamburg haben sich die CPE-Bach-Akademie und der CPE-Bach-Chor Hamburg das Ziel gesetzt, Hamburgs historische Bedeutung als eine der bedeutendsten Musikstädte Europas in einem eigenen Festival lebendig und erlebbar zu machen. Denn Hamburg war der Sehnsuchtsort der Familie BACH und Hamburg ist BACH-Stadt!
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Am 8. März 2025 jährt sich zum 50. Mal der Internationale Frauentag der UN. Unter der Schirmherrschaft von Frau Dr. Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission, findet in der Laeiszhalle Hamburg im Rahmen eines großen Festkonzerts ein Festakt von UN Women Deutschland zum 50. Jahrestag dieser Frauenbewegung statt.
Im Rahmen eines kurzen Festvortrags wird an diesem Abend auf die vielerorts immer noch bedrohliche Situation von Frauen und Mädchen weltweit aufmerksam gemacht und wichtige Meilensteine der Arbeit von UN Women vorgestellt werden. Im Festkonzert erklingen mit 4 Solisten, Chor und Orchester mit der Faust-Ouvertüre der Beethoven-Zeitgenossin Emilie Mayer (die selbst als "weiblicher Beethoven" galt), der großen Messe der Britin Ethel Smyth (welche von den Klangwelten von Schumann, Brahms und Elgar beeinflusst ist) sowie mit den vom starken Rhythmen und üppiger Klangmalerei ausgestatteten Orchesterwerken Mondaufgang am Meer und Variation 21 der Griechin Konstantia Gourzi Werke dreier international renommierter Komponistinnen der Romantik und Moderne.
Lassen Sie sich in opulente und fantastische Klangwelten entführen und seien Sie bei diesem historisch bedeutsamen Abend dabei!
Kooperationspartner ist NDR Kultur, der den Konzertabend auch aufzeichnen und zu einem späteren Zeitpunkt senden wird.
Zum fünfzigsten Mal jährt sich der Internationale Frauentag der UN. Einerseits ein Grund zum Feiern. Andererseits ein Grund, sich bewusst zu machen, wie vielen Frauen auf der Welt ihre Rechte noch immer erweigert werden. Denken wir nur an Afghanistan, wo Frauen von Bildung ausgeschlossen werden, sie sich in der Öffentlichkeit komplett verschleiern müssen – und nicht mehr singen dürfen! Aber auch in Deutschland, wo wirvieles erreicht haben, gibt es Handlungsbedarf. Die Frauenhäuser als Schutzräume vor Gewalt sind oft berbelegt und unterfinanziert. Jeden dritten Tag stirbt in unserem Land eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Expartners.
Da ist es gut, dass die Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Akademie an diesem Tag in Zusammenarbeit mit UN Women Deutschland e.V. einen Festakt mit einem Festkonzert in der Laeiszhalle veranstalten. Ich habe sehr gern die Schirmherrschaft übernommen. Aber es geht nicht nur um den 8. März. Eine ganze Saison werden Frauenfiguren in Kunst und Musik beleuchtet. Besonders freue mich natürlich, dass am Ostersonntag mit dem Magnificat von CPE Bach und dem Osteroratorium von J.S. Bach auch die Frauen der Bibel eine Rolle spielen werden. Gut, wenn Frauen, ihr künstlerisches Schaffen, ihre Biografien zu Gehör gebracht werden.
Ich wünsche den Konzerten gutes Gelingen und viele begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer!
Dr. Margot Käßmann